Planungsstand im Gesamtprojekt

Foto: Deutsche Bahn AG/Georg Wagner

Der aktuelle Planungsstand

Im November 2020 hat die Bahn die Streckenführung der Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Mannheim bekanntgegeben. Die Entscheidung ist das Ergebnis eines aufwändigen Abwägungsprozesses, an dem alle Interessensgruppen der Region beteiligt waren. So wurden in den vergangenen vier Jahren mehr als 30 verschiedene Streckenvarianten detailliert untersucht und im Hinblick auf ihre umweltfachlichen, verkehrlichen und wirtschaftlichen Kriterien miteinander verglichen. Alle Schritte wurden vom 2016 eingerichteten Beteiligungsforum begleitet.

Auch nach der Entscheidung für die Vorzugsvariante ist die Arbeit des Beteiligungsforums nicht beendet. Im nächsten Schritt geht es darum, die ermittelte Streckenführung weiter auszugestalten und im Hinblick auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Region weiter zu optimieren. Hierzu wurden mit den Mitgliedern des Beteiligungsforums regionale Projektbeiräte eingerichtet. Diese werden nun die weitere Ausgestaltung der Vorzugsvariante begleiten und gegebenenfalls zusätzliche Forderungen der Region für die sogenannte Parlamentarische Befassung erarbeiten.

Gleichzeitig bereitet das Projektteam das Planfeststellungsverfahren für den ersten Abschnitt zwischen Zeppelinheim und Darmstadt-Nord vor. Im Herbst 2021 sollen die Planfeststellungsunterlagen beim Eisenbahn-Bundesamt eingereicht werden.

Die Parlamentarische Befassung

Seit 2018 gilt für Vorhaben des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) die Bedarfsplanumsetzungsvereinbarung (BUV). Für mehr Transparenz unterrichtet das Bundesverkehrsministerium (BMVI) den Deutschen Bundestag bereits in einer frühen Planungsphase über den aktuellen Projektstand. Die Bahn reicht hierzu umfangreiche Unterlagen ein. Diese enthalten eine Beschreibung der gesetzlichen Vorzugsvariante, Zeit- und Kostenpläne sowie die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.

Auch über die Forderungen der Kommunen etwa zu Schall- oder Umweltschutzmaßnahmen, die über das gesetzliche Maß hinausgehen, wird informiert. Das Parlament entscheidet im Weiteren über die Finanzierung dieser Forderungen. Eine wichtige Vorgabe dabei: Die Variante muss wirtschaftlich sein und die Projektziele erfüllen.

Planungsstand in den einzelnen Abschnitten

Insgesamt ist die Neubaustrecke in sechs Planfeststellungsabschnitte (PFA) eingeteilt, die sich überwiegend an den Gemeindegrenzen orientieren. Für jeden Abschnitt findet ein Planfeststellungsverfahren statt. Dadurch können einzelne Abschnitte bereits gebaut werden, während andere noch mitten im Verfahren sind.

Zeppelinheim–Darmstadt-Nord

Der 15 Kilometer lange Abschnitt führt größtenteils entlang der Autobahn A5. Züge des Regional- und Fernverkehrs erreichen Darmstadt künftig über die Nordanbindung.

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Darmstadt-Nord–Pfungstadt

Dieser Abschnitt unterteilt sich in die Haupttrasse, die „Weiterstädter Kurve“ für den Güterverkehr und die Anbindung des Darmstädter Hauptbahnhofs in Richtung Süden.

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Visualisierung Anschlussstelle Pfungstadt

Pfungstadt–Gernsheim

Zwischen Pfungstadt und Gernsheim verläuft die Neubaustrecke parallel zur Autobahn A67. Der Abschnitt ist rund 6,4 Kilometer lang.

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Gernsheim–Lorsch

Über elf Kilometer verläuft die Neubaustrecke geländegleich auf der Ostseite der Autobahn A67.

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Lorsch–Mannheim-Waldhof

Ab Lorsch verläuft die Strecke größtenteils in einem Tunnel. Im Mannheimer Norden schließt die Trasse an die Riedbahn an.

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